erstellt  22.01.2013
FI Schalter
Was und wofür ist überhaupt ein FI Schalter
Erst einmal der Begriff " FI Schalter" dabei steht "F" für Fehler , und "I" ist das Formel Zeichen für Strom also Fehlerstromschalter, oft verwendet man auch aus dem  englischen den Begriff "RCD"   Residual Current protective Device (sinngemäß Reststromschutzgerät) .
FI Schalter sollen  Mensch und Tier vor zu hoher Berührungsspannung schützen und dienen zusätzlich als  Brandschutz.
Bild 1
Bild 1a
Bild 1 zeigt einen Handelsüblichen FI Schalter für Normale Wechselspannung , es gibt auch FI Schalter für Drehstrom ( Starkstrom) die sehen eigentlich genauso aus sind nur etwas breiter und haben mehr Anschlüsse.
Bild 1a zeigt das dazugehörige Schaltsymbol an.
Unser Stromkreis hat in der Regel eine Hin und eine Rückleitung (Bild 2) , in der Hin-Leitung die meist Schwarz oder Braun gekennzeichnet ist fließt der Strom  zum Verbraucher sprich in unseren Fall zur Glühbirne ( Waschmaschine usw.)   , auf der anderen Leitung die Blau gekennzeichnet sein sollte  fließt der Strom wieder zurück . Die Leitung zum Verbraucher ( Glühbirne) hin bezeichnen wir als L und die Rückleitung als N .
 L steht für Leitung  ( aus dem englischen Line )   und N für Null  (aus dem englischen Neutral ).

Weiter gibt es noch eine sogenannte PEN Leiter ( aus dem englischen PEN  für Protection Earth Neutral) das ist eine Erdschutzleitung mit gleichzeitiger Verbindung zum Nullleiter die grundsätzlich grün/Gelb gekennzeichnet sein muss.

 PEN Leiter ist immer eine grün/gelb gekennzeichnete Leitung die meist auf einen Seite eine Verbindung  mit dem Metallischen Gehäuse des Verbrauchers ( Lampe, Waschmaschine oder ähnliches) hat. Diese Leitung wird nicht für die Funktion der Lampe benötigt sondern dient "nur" der Sicherheit.

Bild 2


Und so funktioniert’s:
Der Fehlerstromschutzschalter vergleicht permanent den hereinfließenden Strom auf der L1 - Leitung mit dem zurückfließenden Strom auf der N - Leitung .
Im Normal Fall ist der Strom auf beiden Leitungen gleich groß , dieser wird von der Messspule erfasst und sorgt nicht für eine Abschaltung des FI Schalters.
 

Bild 3



Nimmt der Strom aber einen nicht vorgesehenen Weg ( Bild 4), z. B. durch den menschlichen Körper oder durch eine defekte Isolierung, erkennt der FI-Schalter dieses als Stromverlust weil die Ströme auf der L1 und N Leitung jetzt eine Differenz haben und schaltet den FI Schalter mechanisch aus.
Mit der (weißen)  "Test-Taste"  wird dieser Fall simuliert indem ein Widerstand zugeschaltet wird über den Strom von L1 nach N fließt dadurch wird in der Messspule eine Differenz wahrgenommen und schaltet den FI Schalter aus.
Sollte er dann nicht ausschalten ist er entweder defekt oder aber falsch angeschlossen.

Bild 4

In Bild 5 sieht man den FI Schalter im ausgeschalteten Zustand nachdem ein sogenannter Fehlerstrom geflossen ist.man erkennt das der FI allpolig abschaltet, was bei einen Normalen Haushaltsautomaten nicht der Fall wäre. die schalten nur Hin-Leitung  ab.
Bild 5




Das schreibt der Gesetzgeber vor:
Nach der aktualisierten Sicherheitsnorm DIN VDE 0100-410 vom Juni 2007
müssen folgende Bereiche mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen
ausgestattet werden:
  1. • Alle Steckdosenstromkreise im Laienbereich bis 20 Ampere und alle Endstromkreise im Außenbereich
  2. • Räume mit Badewanne und Dusche
  3. • Becken von Schwimmbädern und andere Becken
  4. • Feuchte und nasse Bereiche sowie Räume und Anlagen im Freien. Damit werden auch Hobbyräume, Garagen und Gartenbereiche von der Schutznorm erfasst.
Zu 1.
Eine Absicherung aller vom Laien bedienbaren Steckdosen bedeutet soviel wie das alle Steckdosen die von Laien benutzt werden können über einen Fehlerstromschutzschalter mit IΔn ≤ 30mA vorzusehen sind.
Formal müssen alle Steckdosen bis 20A Nenn- bzw. Bemessungsstrom, die man im Innenbereich errichtet, mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom von ≤30mA geschützt werden.

Ausnahmen:
Steckdosen, die durch Elektrofachkräfte oder elektrotechnisch unterwiesene Personen überwacht werden. Die
dazugehörige Anmerkung grenzt diese Ausnahme weiter ein: »Dieses gilt z.B. für Industriebetriebe, deren elektrische
Anlagen und Betriebsmittel ständig überwacht werden. Als ständig überwacht gelten elektrische Anlagen und
Betriebsmittel, wenn sie von Elektrofachkräften in Stand gehalten werden und durch messtechnische Maßnahmen
sichergestellt ist, dass dadurch Schäden rechtzeitig entdeckt und behoben werden können.
Als messtechnische Maßnahme sieht das zuständige Unterkomitee der DKE den Einsatz einer Differenzstromüberwachungseinrichtung (RCM) an.

Steckdosen, die für den Anschluss nur jeweils eines bestimmten elektrischen
Betriebsmittels /Verbrauchsmittel errichtet werden. Auch hierzu enthält die Norm eine Anmerkung, in der empfohlen
wird, auf diese Ausnahme soweit wie möglich zu verzichten. Für welche Art von Steckdosen, bzw. welche bestimmten
Betriebsmittel gemeint sind, findet man keine Angabe in der Norm.
Außerdem existiert noch die Forderung, alle Stromkreise mit Steckdosen – in der Norm »Endstromkreise« zu denen Steckdosen gehören – die für die Versorgung von tragbaren (ortsveränderlichen) Verbrauchsmitteln bis zu einem Betriebsstrom von 32 A, die im Freien zum Einsatz kommen ohne Ausnahmen mit Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom von ≤30mA zu schützen.

Zu 2
Grundsätzlich alle Räume und Orte in denen mit Wasser hantiert wird.
z.B Tauchpumpe im Keller - Waschküche - Badewannen Duschen - Schwimmbereiche - Sauna und dergleichen.




aktualisiert 19.07.2013